| Die Sprache der Saarländer... |
| Die Mundart im Saargebiet | |||
| Auszug
aus dem Buch "Das Saargebiet in Wort und Bild - Erstes bis Zehntes Tausend - Gebrüder Hofer 1920" |
|||
![]() |
|||
|
Kleiner Wortschatz "Saarlänsich"* |
|||
| Ballawer | aus dem Portugiesischen "Palavere" ist in der Sprache der ehemaligen Kolonialmacht die Versammlung eines Stammesrates. Im Saarland ist es eine durch Menschen hervorgerufene Situation, die durch große Lärmbildung gekennzeichnet ist. | ||
| Gellerieb | Karotte, mundartliche Aussprache von "Gelbrübe". | ||
| innewenzisch | Innen, mundartliche Aussprache des mittelhochdeutschen Wortes "inwendig". | ||
| Scheesewähnsche | Kinderwagen, abgeleitet von dem französischen Wort "chaise", wörtlich: kleiner Stuhlwagen. | ||
| verkassemaduckele | hinters Licht führen, verprügeln. | ||
| Trottwa | Bürgersteig, altsaarländisch, von dem französischen Wort "trottoir" abgeleitet | ||
| Oorscheerisch | kümmerlich, von dem bayerischen Wort für "eingeschirrig" (Bauer mit nur einer Kuh) abgeleitet. | ||
| Mengenkes | unnötige Schwierigkeiten, lautmalende Streckform von "mengen", seit Mitte des 19. Jahrhunderts von Berlin aus verbreitet. | ||
| Grommbeer | Kartoffel, abgeleitet von "Grundbeere" bzw. "-birne" oder "Krummbeere" bzw. "-birne". | ||
| Fisematente | Schwierigkeiten, abgeleitet von dem französischen Satz "visitez ma tente!" (= Besuchen Sie mein Zelt!). Dies haben die napoleonischen Soldaten den deutschen Mädchen öfter nachgerufen, und wenn ein "Frollein" diesem Ansinnen nachkam, dann hieß es "Ähs macht Fisematente". | ||
| Ähs | wörtlich: "es", wird als sächliche Bezeichnung für Mädchen und Frauen gebraucht, abfällig. | ||
|
* Aus dem Buch "Hundert Worte Saarländisch" von Gerhard Bungert |
|||